Die Begriffe, die in
Ihrem Projekt vorkommen
Netzanschluss, Ladefenster, Gleichzeitigkeit: In Gesprächen mit Netzbetreibern, Planern und Herstellern fallen Begriffe, die nicht überall dasselbe meinen. Hier stehen sie in der Bedeutung, in der wir sie verwenden.
Netz und Netzanschluss
- Netzanschluss
- Die Verbindung Ihres Standorts mit dem Verteilnetz. Er bestimmt, wie viel elektrische Leistung am Standort überhaupt zur Verfügung steht.
- Anschlussleistung
- Die Leistung, die für den Standort vertraglich vereinbart ist. Sie ist nicht dasselbe wie die Leistung, die im Ladefenster tatsächlich frei ist – der bestehende Betrieb verbraucht bereits einen Teil davon.
- Netzverknüpfungspunkt
- Die Stelle, an der Ihr Standort an das Netz angeschlossen ist. Ihre Lage und Spannungsebene beeinflussen Aufwand und Dauer einer Erweiterung.
- Nieder- und Mittelspannung
- Zwei Netzebenen des Verteilnetzes. Größere Ladeleistungen führen häufig zu einem Netzanschluss in der Mittelspannung, mit eigener Übergabestation.
- Übergabestation
- Die Anlage am Übergang zwischen Netz und Standort bei einem Mittelspannungsanschluss. Sie braucht Platz, einen Zugang für den Netzbetreiber und je nach Bundesland eine Baugenehmigung.
- Transformator
- Wandelt Mittelspannung in die Spannung um, mit der die Anlagen am Standort arbeiten. Seine Leistung begrenzt, was gleichzeitig geladen werden kann.
- Anschlussanfrage
- Die formale Anfrage beim Netzbetreiber nach einer bestimmten Leistung. Sie steht am Anfang jeder verbindlichen Aussage über das Netz. Rechtlich heißt sie Netzanschlussbegehren.
- Netzverträglichkeitsprüfung
- Die Prüfung des Netzbetreibers, ob die angefragte Leistung am gewünschten Punkt bereitgestellt werden kann und was dafür nötig ist.
- Baukostenzuschuss
- Ein Beitrag zu den Kosten des Netzes, der beim Neuanschluss oder bei mehr Leistung anfällt. Der Netzbetreiber berechnet ihn nach seinem Preisblatt je Kilowatt; die Sätze unterscheiden sich stark zwischen Netzbetreibern.
Laden und Technik
- Laden am Standort
- Laden am eigenen Standort, meist während der Standzeiten – in Fachtexten und Suchen oft Depotladen genannt. Der Regelfall für Flotten mit planbaren Touren.
- Ladeportal
- Ein Stahlportal über mehreren Stellplätzen, an dem die Ladepunkte hängen. Das Kabel kommt von oben und wird nach dem Laden eingezogen; die Leistungselektronik steht am Rand. Nicht zu verwechseln mit der Überladebrücke an der Rampe.
- Rampenladen
- Laden an der Laderampe, während be- und entladen wird oder über Nacht, etwa über einen Ausleger, der von der Hallenwand bis über das Fahrerhaus reicht. Die Ladeeinheit fährt an einer Schiene zum Ladeanschluss.
- Ladepunkt
- Die Stelle, an der genau ein Fahrzeug gleichzeitig geladen werden kann. Eine Ladesäule kann mehrere Ladepunkte haben.
- Nennleistung
- Die höchste Leistung, für die ein Ladepunkt ausgelegt ist. Die Summe der Nennleistungen aller Ladepunkte ist keine sinnvolle Auslegungsgröße – entscheidend ist, was wann gleichzeitig gebraucht wird.
- CCS
- Der heute verbreitete Stecker für das Gleichstromladen von Nutzfahrzeugen in Europa.
- Megawatt-Laden (MCS)
- Ein eigener Ladestandard für schwere Lkw mit größerem Ladestecker. Seit 2025 laden erste Lkw an öffentlichen MCS-Ladepunkten, seit 2026 gibt es MCS-fähige Lkw in Serie. MCS kommt zu CCS dazu und ersetzt es nicht. Für das Laden über Nacht am Standort reicht meist CCS.
- AC- und DC-Laden
- Wechselstrom- und Gleichstromladen. Gleichstrom erlaubt höhere Leistungen und braucht mehr Technik. Diese kann abseits stehen, dann hängt an der Ladesäule nur das Ladekabel.
- Ladekurve
- Der Verlauf der Ladeleistung über die Zeit. Sie fällt gegen Ende ab, weshalb die letzten Prozent überproportional lange dauern.
Betrieb und Energie
- Ladefenster
- Der Zeitraum, in dem ein Fahrzeug tatsächlich am Ladepunkt steht und geladen werden kann. Es ergibt sich aus Touren und Rückkehrzeiten, nicht aus der Technik.
- Gleichzeitigkeit
- Das Verhältnis der Leistung, die höchstens gleichzeitig gebraucht wird, zur Summe der Nennleistungen aller Ladepunkte. Sie entscheidet darüber, welche Leistung der Standort braucht.
- Lastmanagement
- Die Software, die die verfügbare Leistung auf die ladenden Fahrzeuge verteilt – das Ergebnis heißt gesteuertes Laden. Sie kann den Anschlussbedarf senken, verlängert aber die Ladedauer.
- Lastgang
- Der zeitliche Verlauf des Strombezugs am Standort. Er zeigt, wann der bestehende Betrieb Leistung braucht und wo für das Laden Raum bleibt.
- Spitzenlast
- Der höchste Leistungsbezug in einem Abrechnungszeitraum. Sie beeinflusst die Netzentgelte und ist ein Grund, Ladevorgänge zeitlich zu steuern.
- Eigenerzeugung
- Strom aus eigener Anlage, meist Photovoltaik. Nützt dem Ladebetrieb nur, soweit Erzeugung und Ladefenster zeitlich zusammenfallen.
- Batteriespeicher
- Eine Batterie am Standort, die Leistungsspitzen abfedern oder Eigenerzeugung zeitlich verschieben kann. Ein Baustein, kein Ersatz für den Netzanschluss.
- Backend (Ladesoftware)
- Das System, das Ladevorgänge steuert, abrechnet und dokumentiert. Am besten klären Sie Zugänge, Datenexport und Zuständigkeiten früh.
Planung und Wirtschaftlichkeit
- Ausbaustufe
- Ein abgegrenzter Schritt des Ausbaus. Eine erste Stufe kann Vorleistungen enthalten, die spätere Schritte erleichtern.
- Vorleistung
- Eine Maßnahme, die heute mitgebaut wird, obwohl sie erst später genutzt wird – etwa Leerrohre oder eine größere Trasse.
- Kritischer Pfad
- Die Kette der Schritte, die den Zeitpunkt der Inbetriebnahme bestimmt. Meist liegt der Netzanschluss darauf.
- K.-o.-Kriterium
- Ein Umstand, der eine Variante ausschließt. Ihn früh zu kennen, spart mehr Aufwand als jede Optimierung.
- Annahme
- Ein Wert, der für die Betrachtung gesetzt, aber noch nicht belegt ist. Eine belastbare Aussage benennt ihre Annahmen.
- THG-Quote
- Über die THG-Quote (Treibhausgasminderungsquote) verkaufen Halter von E-Fahrzeugen die angerechnete Strommenge an Quotenpflichtige, meist über einen Quotenhändler. Regeln und Preise ändern sich.
- Betriebliche Freigabe
- Die Bestätigung, dass der Standort im Alltag genutzt werden kann. Sie ist nicht dasselbe wie die technische Abnahme.
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